Get your own free workspace
View
 

SchillerFeiern

Page history last edited by PBworks 6 years, 5 months ago

Schillerfeiern in Deutschland.

 

Bearbeiter und Bearbeiterinnen: Caroline Caverly, Elias Shakkour und Johanna White (Colgate University) sowie Charlotte Busert (Freiburg PH).

 

Zum Schlussprojekt, das auf den unten angebenen Skizzen und Entwürfen beruht, kllicke hier

 

Gliederung folgt.

 

Siehe LiteraturAngabe.

 

Fragen fuer den Schiller-Experten:

(diese Fragen sollen unser Projekt gliedern - die Antworten darauf werden zugefuegt werden)

1. Wie wird das Schiller-Jahr in Deutschland gefeiert?

2. Wie unterscheidet sich dieses Schiller-Jahr von vorherigen Schiller-Jahren?

3. Gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Staedten bzw. Bundeslaendern, was die Weise angeht, indem das Schiller-Jahr gefeiert wird?

4. Was sind die Reaktionen des Volkes?

5. Gehen die Deutschen dieses Jahr oefter ins Theater, um Schiller-Stuecke anzuschauen?

6. Wie wird das Schiller-Jahr gewerbt und promotet?

7. Setzen sich die Leute wirklich fuer das Schiller-Jahr ein, oder wird es eher unwillkuerlich gefeiert?

8. Wie viel Geld wird fuer die Werbung des Schiller-Jahres ausgegeben?

9. Woher kommt das Geld? Teilt die Regierung dafuer Gelder zu, oder wird das Schiller-Jahr noch von anderen Quellen finanziert?

10. Lockt das Schiller-Jahr Theaterenthusiasten von anderen europaeischen Laendern nach Deutschland an?

11. Finden Sie das Schiler-Jahr irgendwie uebertrieben, oder eher zumutbar und geeignet?

12. Meinen Sie, es wird noch ein Schiller-Jahr in 100 Jahren gefeiert?

 

Schiller Links:

 

http://www.schillerjahr2005.de/

http://www.schiller2005-bw.de/

http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/deutsch/archiv/schiller

http://www.uni-jena.de/schiller2005

http://www.baden-wuerttemberg.de/sixcms/detail.php?id=85289

http://www.dresden.de/ger/04/007/02/01/c_92.html?part=c&background=bg_inhalt_dwt_00.gif&dwt=1

http://www.stuttgart.de/sde/menu/frame/top.php?seite=http%3A//www.stuttgart.de/sde/item/gen/149484.htm

http://schillerjahr.blogspot.com/

http://www.alg.de/service/pressear/schillerjahr2005.html

http://www.deutschland.de/thema.php?lang=1&thema=120

 

 

 

 

 

 

 

 

Schiller-Jahr

2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Klassik, Erziehung, Sprache – auf diesen drei Säulen ruht die Dynamik von Schillers fortdauernder Gegenwart.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Caroline Caverly

Elias Shakkour

Johanna White

 

Deutsch 485: Theaterseminar

Professor Dierk Hoffmann

07.12.05

 

Einleitung

 

2005 war das so genannte „Schiller-Jahr,“ weil der großer Dichter Friedrich von Schiller, „der Sohn Deutschlands,“ vor zweihundert Jahren starb. Schiller ist der Shakespeare Deutschlands, indem sein Einfluss auf die deutsche Geschichte, die deutsche Literatur und die Philosophie unbestreitbar ist. Dieses Jahr gab es viele Erinnerungsausstellungen zum Schiller-Jahr, vor allem in den Städten, wo er lebte, und zwar in Marbach am Neckar, Lorch, Ludwigsberg, Stuttgart, Mannheim, Dresden und Weimar. Diese Städte spüren eine starke Beziehung zum Dichter, und darum wollten sie ihn gemahnen und seine Rolle im deutschen Leben aufrechterhalten.

Kurze Biographie des Dichters

Johann Christoph Friedrich Schiller wurde am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren. Sohn des Militärwundarztes, J.C Schiller und Elisabeth Dorothea Kodweiß, wuchs Schiller mit seinen fünf Schwestern, in ärmlichen Verhältnissen auf. Obwohl die Familie nicht viel Geld hatte, war Schiller immer gebildet, und besuchte Dorf und Lateinschule. Schiller lebte nur drei Jahren in Marbach, bevor seine Familie nach Ludwigburg (1762) und weiter nach Lorch umzog.

Am 16. Januar 1773, trat auf Befehl des Herzogs Karl Eugen von Württemberg, in die Karlschule ein. In dieser Schule, wo Schiller unter strenger Disziplin lebte, studierte er Medizin (obwohl er lieber Theologie studiert hätte). Der Herzog kontrollierte die Schule und die Studenten mussten über ihn schmeichelhafte Reden schreiben. Als Schiller noch Schüler war, schrieb er sein erstes Werk die Räuber, das neue Ideen von Freiheit vorführte. Die Räuber erschien im Jahr 1781 erschient und wurde im nächsten Jahr am Mannheimer Nationaltheater aufgeführt, wo es großen Erfolg hatte.

Schiller wurde im Jahre 1781 verhaftet, weil er seine Arbeit als Regimentmedikus beim Grenadierregiment vernachlässigt hatte und kein anderes Werk herausbringen durfte. Seine Flucht aus Stuttgart begann im Jahre 1782 und er fuhr nach Mannheim, Leipzig und Dresden und zog endlich nach Weimar, wo er viele Zusammentreffen mit Goethe hatte. 1790 heiratete Schiller sich Charlotte von Lengefeldt. Schiller und Charlotte hatten vier Kinder aber Schiller wurde schon früh in seinem Leben sehr krank. 1802 wurde Schiller in den Adelstand von den Herzog Weimars erhoben; Er wurde „Johann Friedrich von Schiller“ umbenannt. Am 9. Mai 1805, als Schiller nur 45 Jahre alt war, starb er aufgrund einer akuten Lungenentzündung.

Schiller bleibt heute einer der wichtigsten Figuren in der deutschen Geschichte. Schiller ist noch erinnert nicht nur als Dramatiker, sondern auch für seine anderen Beiträge zu der deutschen Kultur, für seine Karriere auch als Lyriker, Philosoph und Historiker gemahnt. Schiller schrieb und übersetzte mehr als zwanzig Werke. Zweihundert Jahre nach dem Tod Schillers ist es voll zu verstehen, warum Schiller in Deutschland so berühmt ist und gefeiert wird. Schillers Werke sind in fast allen Schulen notwendige Texte wie die von Shakespeare in den Vereinigten Staaten und neben Goethe ist Schiller der wichtigste Dramatiker in der Geschichte Deutschlands.

Einführung in die Veranstaltungen des Schiller-Jahres

Im Jahre 2005, zum 200. Jahrestag Schillers Todes, hat es Feiern überall in Deutschland gegeben zur Erinnerung Schillers Beiträge zur Kultur Deutschlands. Marbach am Neckar, Lorch, Ludwigsburg, Stuttgart, Mannheim, Dresden und viele andere Städte, die eine Beziehung mit Schiller hatten, haben große Ausstellungen und Feiern gemacht, um Schiller zu gemahnen. Man liest auf einer Webseite über das Schiller-Jahr in Baden-Württemberg, „Eine große Zahl Veranstaltungen, Inszenierungen, Ausstellungen und Events schafft vielfältigen Zugang nach Schillers Leben und Werk und bietet zugleich die beste Möglichkeit, der Dichterpersönlichkeit an authentischen Orten sein.“

Das Schiller-Jahr in seinem Geburtstort

„Die anmutige Lage des Orts an einer fruchtbaren Anhöhe des Neckars-“ schrieb Caroline von Wolzungen über die Geburtsstadt ihres Schwagers Friedrich Schiller.“ Schiller wurde in Marbach am Neckar geboren, und die Stadt ist jetzt mit Schiller begeistert. Man kann in Marbach das Schiller- Nationalmuseum und das Deutsche Literaturarchiv besuchen. Das Geburthaus Schillers ist auch noch stehend. Für das Schiller-Jahr 2005 gibt es von April 2005 bis zum Frühjahr 2006 zwei große Ausstellungen von der Deutschen Schillergesellschaft und der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen in Marbach am Neckar. Eine dieser Ausstellungen ist“ Götterpläne und Mäusegeschäfte“ und wird im Schiller-Nationalmuseum aufgeführt. Durch diese Ausstellung möchten die Kuratoren „dass der Dichter in dieser Aufstellung als ein Meister des Kalkulierens und Kommunizierens, als souveräner Anwalt seiner Stoffe und als eine der ersten freien Schriftsteller in Deutschland plastisch werde. Dabei legt sie Facetten seines Lebens in Dokumenten und Zeugnissen frei.“ Eine Vortragsreihe, die „Schiller International“ heißt, hat begleitet die Ausstellung und „ Berühmte Persönlichkeiten aus Großbritannien, Frankreich, Russland, Italien und der Schweiz“ sind nach Marbach gereist, um an dieser Vortragsreihe mitzumachen

Lorch

Aus Kostengründen zog die Schiller Familie nach Lorch um, als Schiller noch in der Grundschule war. Die Familie hat beim Schmied Molt in einer Privatwohnung für zwei Jahren gelebt (1764-1766) . Auf derselben B-W-Webseite liest man, „dass die Stadt auf ‚ihren’ Schiller stolz ist, erkennt der Lorch-Besucher an vielen auf den Dichter hinweisenden Örtlichkeiten, besonders das Schillerhaus.“ Schillers Sohn Karl war Oberförster des Lorcher Waldes und eine Schillergrotte auch dieser Zeit existiert noch. Lorch hat verschiedene Veranstaltungen für das Schiller-Jahr 2005 geplant, wie „ Schiller schillert in Lorch, Ein Blick in Schillers Werk“ in der Stadthalle Lorch, eine Lesung,

„ Schillers Europa – Eine Auswahl aus den Nationaldramen des Dichters“ und eine Aufführung von Schillers Werk „Die Braut von Messina“.

Ludwigsberg

Von 1767 bis 1779 wohnte die Schiller Familie in Ludwigsberg. In Ludwigsberg Schiller besuchte sechs Jahre lang die Lateinschule an der Oberen Marktsraße und machte sein Medizinstudium in der Akademie auf der Solitude. Zwanzig Jahre später, während seiner Schwabenreise, wohnte Schiller noch in Ludwigsburg am Wilhelmstraße 17. Man denkt auch, dass hier Schiller viel an das Werk „Wallenstein“ arbeitete. Für das Schiller-Jahr 2005 hat Ludwigsburg viel geplant um Schiller zu gemahnen, wie die Beiträge der Ludwigsburger Schlossfestspiele, die die 9. Sinfonie von Beethoven mit „Ode an die Freude“ spielen, Theateraufführungen, Kunst- und Leseaktionen, Führungen und Vorträge.

Stuttgart

In Stuttgart beendete Schiller sein Studium der Jurisprudenz und Medizin, als die Karlschule in das Schloss Solitude verlegt wurde. Schiller musste im Jahre 1782 aus Stuttgart fliehen, weil er eine Arbeit als Regimentmedikus beim Grenadierregiment vernachlässigt hatte. Obwohl Schiller Stuttgart fliehen musste, fühlte sich die Stadt Stuttgart mit dem Dichter verbunden. Stuttgart ist berühmt für die tolle Kultur und „dieses kulturelle Flair wird besonders im Schiller-Jahr 2005 gespeist durch Lesungen, Vorträge ans Ausstellungen bis hin zu Konzerten und zeitgenössischen Auseinandersetzungen mit dem Klassiker.“ Die Schiller Highlights dieses Jahr sind

„ Schiller in Stuttgart, eine Ausstellung zu den Jugendjahren in Stuttgart“ und „Friedrich Schiller- eine Dichterjugend“, eine Aufführung des Spielfilms von Kurt Goetz (1922).

Mannheim

Schiller lebte von 1783 bis 1785 in Mannheim. Die sensationelle Uraufführung seines ersten Schauspiels „Die Räuber“ am 13. Januar 1782 im Mannheimer Nationaltheater war ein Meilenstein in der deutschen Theatergeschichte und auch in dem Leben Schillers. In Mannheim am Mannheimer Nationaltheater, wo zum ersten Mal ein Schiller-Stück gespielt wurde, wurde am 4. Juni 2005 den „Willhelm Tell“ inszeniert. Die Stadt plante für die Feier die „Internationale Schillertage“ vom 18. bis 24. Juni mit einer Fülle von Veranstaltungen, und auch „SchillerZeit in Mannheim,“ eine Ausstellung vom 17. September 2005 bis zum 29. Januar 2006.

Dresden

Dresden hat auch eine Beziehung mit dem Dichter, weil Schiller am 11. September 1785 nach Dresden umzog. Kurz war er Gast bei einem Freund, Theodor Körner, bevor er weiter nach Loschwitz zog. In Dresden war Schiller als Schriftsteller sehr produktiv. Er hat das Gedicht „ An der Freude“ geschrieben, das von Ludvig van Beethoven „unsterblich gemacht“ wurde. Man liest auf der Dresdner Webseite: „So wurden Schillers Verse Grundlage der Europa –Hymne und weltweiter Ausdruck des Humanismus. Dresden ist auch berühmt, weil es der Ort ist, wo Schiller sein „Don Carlos“ schrieb. Nach auf der Dresdner- Webseite ist zu lesen,„ Abwechslung und Inspiration suchte Schiller, indem er mit der Fähre (das alte Fährhaus unterhalb der historischen Eisenbrücke ‚Blaueswunder’ steht noch heute) über die Elbe ins gegenüberliegende Blasewitz übersetzte.“

In Dresden gibt es viel zum Schiller-Jahr 2005. Der Schillergarten wurde im September 2004 wieder eröffnet und das Jugendstildenkmal für Schiller steht in der Dresdner Neustadt am Albertplatz: „Fast göttlich erhebt sich hier der Dichterfürst, 1914 von Selmar Werner in weißem Marmor gestaltet, über einem Rondell, in das als Relief, Szenen aus Schillers Werken eingearbeitet sind.“ Es gibt auch noch andere Ausstellungen zum Schiller-Jahr wie „ Die Jungfrau von Orleans, „Kabale und Liebe“ und „Don Carlo. Verschiedene Vorträge wurden auch besonders zum Schiller-Jahr geplant, wie „ Von Schiller zu May“ und „Friedrich Schiller in Loschwitz.“

Weimar

Weimar ist der letzte Wohnort und Sterbeort Schillers. Er lebte in Weimar von 1787 bis 1789 und wieder von 1799 bis zu seinem Tod. Goethe und Schiller gründeten das Weimar Theater zusammen. Dort bleiben heute der Manuskripte von Schiller und entstand die zweit größte Ausstellung von Schiller. Die Ausstellung unter dem Titel „Die Wahrheit hält Gericht“ eröffnete am 9. Mai 2005, dem Todestag. Sie konzentrierte auf seine Dramenfiguren. Im Herbst wanderte die Ausstellung dann nach Marbach und „Die Götterpläne und Mäusegeschäfte“ eröffnete im Weimarer Schiller-Museum. Die Stadt hielt in Juni 2005 auch eine Tagung zum „unterschätzten Theoretiker Schiller“ ab. Diese zwei großen Ereignisse sind wichtig für das Jahr, aber Weimar hatte auch kleinere Ehrungen für Schiller, wie das „Schiller-Essen“ und verschiedenen Aufführungen seiner Werke. Da Weimar sein Sterbeort ist, haben viele Leute im Laufe des Schiller-Jahres diese Stadt und sein Haus besucht.

Andere Gedenke

Einzigartige Gedenke sind neben den traditionellen Ausstellungen wichtig. Horus W. Odenthal ist ein Schiller-Fachmann und Comicartist. Er erzählte das Leben von Schiller in dem Comic mit dem Titel „Die Flucht des Dichters aus Schwaben.“ Odenthal arbeitete zusammen mit der Firma „ehapa comic collection“ in Köln, dem Schiller-Nationalmuseum und dem Deutschen Literaturarchiv, um das Comicbuch herauszubringen. Der fünfzig Seiten umfassende Comicbuch wurde in Mai 2005 verlegt. Man hoffte, dass das Buch die jungen Leute zu Schiller anlockt. Odenthal bog das Bild von Schiller für das Comicbuch aus der Totenmaske von Schiller zusammen. Schiller war nicht sehr attraktiv, aber die Vorstellung von Schiller in den Gedanken der Leute wurde durch die Jahre immer schöner.

Die typischen Ereignisse waren die Ausstellungen, aber Schiller wurde noch ansonsten gemahnt, wie zum Beispiel durch eine Gedenkmarke. Der Literaturprofessor und Schillerexperte Norbert Oellers schrieb ein Buch zum Schiller-Jahr, das sich mit den Werken des Dichters befasst. Das Schiller-Jahr ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Regierung gab ungefähr 1.3 Millionen Euros für alle die Veranstaltungen des Schiller-Jahres aus. Der Tourismus stieg im Schiller-Jahr mit der Feier an.

Warum das Schiller-Jahr?

Warum wird das Schiller-Jahr überhaupt gefeiert, und sein Todesjahr gemahnt? Der Grund ist einfach: Schiller hat die deutsche Literatur und das deutsche Theater einfach in hohem Maße geprägt. Anja Karen Kölling drückt ihre Meinung dazu in einem am 03. Dezember 2004 von ihr über das Schiller-Jahr in Die Berliner Literaturkritik geschriebenen Artikel aus: „Im Jahr 2005, genau genommen am 09. Mai, jährt sich zum 200. Mal der Todestag Friedrich Schillers. Grund genug, das kommende Jahr in „Schillerjahr“ umzubenennen und auch Grund genug, diverse Veranstaltungen, Ausstellungen zu arrangieren und zahlreiche Veröffentlichungen von und über Schiller auf den Markt zu bringen.“

In Marbach, dem Geburtsort Friedrich Schiller, wird erklärt, was es überhaupt bedeutet, das Schiller-Jahr zu feiern, und zwar von Beamten des Deutschen Literaturarchivs (DLA) und des Schiller-Nationalmuseums (SNM). Sie sagen, „Schiller vom Punkt seines Todes aus zu betrachten, das heißt: Sein Leben und Werk zu entdecken, sich von Kischees zu verabschieden, den historischen Schiller ins Licht zu rücken und seine Texte neu zu lesen.“

Man liest auch im selben Artikel: „Eine Leidenschaft für Schiller wollen das Schiller-Nationalmuseum, das Deutsche Literaturarchiv in Marbach und die Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen in Weimar von April 2005 bis Frühjahr 2006 mit zwei großen Ausstellungen wecken.“ Wenn Schiller keine außerordentliche Figur der deutschen Literatur gewesen wäre, würden sich diese Beamten wohl nicht so sehr bemühen, die Gelegenheit zu nutzen, um der Öffentlichkeit so viel über Schillers Leben und seine Werke beizubringen und sie daran zu erinnern. Diese Einstellung hat natürlich zu den verschiedenen Ausstellungen bzw. Veranstaltungen geführt, die dieses Jahr zu Schillers Ehren entstanden sind.

Schiller hinterließ seine Spuren in vielen deutschen Städten. Er wurde in Marbach am Neckar geboren, wo er schon mit sechzehn Jahren seine Veröffentlichungen herausbringen konnte. Mit etwa vierundzwanzig Jahren war er Theaterdichter in Mannheim, und widmete sich bezeichnenderweise dem Theater unter anderem auch in Leipzig, Jena und Dresden. Gegen Ende seines Lebens wohnte er in Weimar, wo er in den Adelsstand erhoben wurde. Da Schiller in so vielen deutschen Städten einflussreich war, sollte das offensichtliche Engagement der Veranstalter der Ereignisse des Schiller-Jahres als keine Überraschung vorkommen.

Darüber hinaus war Schiller ein besonders umstrittener Schriftsteller seiner Zeit. In Köllings Artikel werden Meinungen dazu geäußert: „Als Inbegriff des Nationaldichters wird er seit zwei Jahrhunderten ebenso gefeiert wie verachtet.“ Es geht also nicht nur um die Anzahl Schillers Werke und seine Allgegenwärtigkeit in Deutschland, sondern auch um die Beschaffenheiten seiner Werke.

Dass Schiller so umstritten und herausragend war und immer noch ist, hängt mit der Tiefgründigkeit seiner Werke und den revolutionären Ideen, die er dadurch zu vermitteln versuchte, zusammen. Schiller brachte durch seine Werke unter anderem eine neue philosophische Perspektive der Kunst gegenüber ein. Für Schiller war die Kunst eine Religion, die die Transzendenz stiftet. Nach Schiller konnte der Mensch nur durch die Kunst näher ans Göttliche kommen.

Darüber hinaus stellte die Kunst für Schiller die Entdeckung und das Erlebnis der einzigen wirklichen Freiheit dar. Schiller sagte, „Wenn die Menschheit ihre Würde verloren hat, so hat die Kunst sie gerettet. Ontologisch mag die Kunst Täuschung und Illusion sein, ein ‚Reich der Träume,’ aber gerade in dieser Täuschung lebt die Wahrheit fort, und aus der Mimesis, aus dem ästhetischen Nachbild wird das Urbild wiederhergestellt. Ehe noch die Wahrheit ihr siegendes Licht in die Tiefen der Herzen sendet, fängt die Dichtungskraft ihre Strahlen auf, und die Gipfel der Menschheit werden glänzen, wenn noch feuchte Nacht in den Tälern liegt“ Diese Ideen waren nicht allzu geläufig zur Zeit Schillers. Noch heutzutage werden sie besprochen und analysiert. Das deutet wiederum auf die wichtige Rolle, die Schiller im Theaterraum spielte, hin, und gilt als weitere Erklärung der Aufgeregtheit des Schiller-Jahres.

Die Werke Schillers waren besonders verbreitet in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR), was angesichts seines langen Aufenthalts im Osten Deutschlands wiederum nicht überraschend ist. Im Jahre 1955 gab es in Ostdeutschland ungefähr tausend Inszenierungen seiner Stücke, und schon 1960 gab es drei Millionen Exemplare seiner Werke auf dem Buchmarkt der DDR. Fast jedes seiner Stücke wurde für das Fernsehen bearbeitet. Engels hatte 1885 in seinem berühmten Brief an Minna Kautsky 1885 Schillers Kabale und Liebe als das „erste deutsche politische Tendenzdrama“ gelobt. In der DDR wurde Schiller nicht nur als vornehmster Klassiker, sondern auch als Fortschrittskämpfer im marxistischen Sinn geschätzt: „Deutschlands Majestät und Ehre / Ruhet nicht auf dem Haupt seiner Fürsten. / Stürzte auch in Kriegesflammen / Deutschlands Kaisereich zusammen, / Deutsche Größe bleibt bestehn.“

Schiller stand auch in enger Beziehung zu Goethe, einer anderen Ikone der deutschen Literatur. Zu Schiller sagte Goethe, „er war ein wunderlicher großer Mensch. Alle acht Tage war er ein Anderer und ein Vollendeterer.“ Wenn solch ein ungeheurer deutscher Dichter Schiller so bewunderte, lässt sich leicht vorstellen, warum Schiller nicht in Vergessenheit geraten ist, sondern vielmehr heute noch berücksichtigt wird. Die Namen Goethe und Schiller sind ja des Öfteren im selben Atemzug erwähnt, da sie eine ähnliche Stellung als wichtige und zentrale Figuren der deutschen Literatur haben.

Die Zukunft

Der große Einfluss, den Schiller auf Deutschland und die deutsche Literatur ausgeübt hat, ist unleugbar. Allerdings ist es nicht unbestreitbar, dass Schiller in der Zukunft noch genauso gemahnt werden wird wie dieses Jahr. Bereits dieses Jahr ist er nicht so populär, wie er ernst war. Einige Menschen fürchten, dass das heutige Europa allmählich das Kulturbewusstsein mangelt. Steiner sagt, „Der Begriff des ‚Klassischen’ ist in der Geschichte der westlichen Kultur verwurzelt. Mit dem Abstieg Europas in die Barbarei des 20. Jahrhunderts hat dieser Begriff seine Glaubwürdigkeit großenteils verspielt...Das kulturelle Erbe kämpft fast verzweifelt gegen das Utilitaristische und Ephemere der Gegenwart. Wo lernt man noch ernsthaft Lesen und Erinnern im vollen etymologischen Sinn dieser Worte?“

Sogar die deutsche Sprache laufe Gefahr, an Qualität abzunehmen, befürchtet Steiner: „Jetzt geht es um die Zukunft der deutschen Sprache, um die Heimkehr zu ihrem besseren Selbst. Kann sie...ihren Weg finden zur unzerstörbaren Stufe der Sprache Schillers, oder wird der Jargon der Medien, des Pseudoamerikanischen auch im Lande Goethes und Hölderlins siegen? Klassik, Erziehung, Sprache – auf diesen drei Säulen ruht die Dynamik von Schillers fortdauernder Gegenwart. Die Prognosen sind nicht ermutigend.“

Schlussfolgerung

Das Schiller-Jahr war ein aufregendes und erfolgreiches Ereignis in Deutschland. Verschiedene deutsche Städte haben sich mit einander vereinigt, um einem großen deutschen Dichter, Dramatiker, Philosophen und Helden Anerkennung zu zollen. Dies wurde unter anderem durch Ausstellungen und Aufführungen Schillers Stücke geschafft. Obwohl wir nicht wissen, was die Zukunft bringen wird, werden die Spuren, die Schiller in Deutschland hinterlassen hat, nie gelöscht.

Comments (0)

You don't have permission to comment on this page.